Vor rund 200 Jahren war es kein lebensbedrohlicher Virus, sondern ein restauratives politisches System inklusive alles überwachender Geheimpolizei, das die Menschen in die Privatheit flüchten ließ.Elke Doppler, Wien Museum Magazin, Zwischen Chaos und Mutterglück, März 2020
Im Oktober 2020 lädt BURN-IN zu der zum Reflektieren anregenden Ausstellung Herr Biedermeier und Frau Grün mit Ellen Semen (Österreich) ein und zeigt zwei Werkserien, die vordergründig völlig diametral angelegt sind, bei näherer Betrachtung jedoch vieles gemein haben.
Die in Hamburg geborene, seit 20 Jahren in Wien lebende Künstlerin hat kroatische Wurzeln und ist eine wunderbare Geschichtenerzählerin. Mit ihren gesellschaftskritischen Arbeiten erlangt sie große soziopolitische Bedeutung und führt mit ihrem Gesamtwerk und in der aktuellen Ausstellung klar vor Augen, welche Entwicklungen global schieflaufen. Sie scheut sich nicht, Stellung zu beziehen, zu kritisieren. Die positive Ausstrahlung aller Werke vermittelt aber stets Hoffnung und Zuversicht auf eine positive Wende.
Tradition ist die Weitergabe des Feuers
und nicht die Anbetung der Asche.Gustav Mahler
Im September 2020 lädt BURN-IN zu einer stimmungsvollen Kunstreise mit Aurora CID (Spanien) und Cordelia Lehmann-Reinthaller (Österreich). In der Ausstellung Wogende Farbsinfonien spielen beide Künstlerinnen leidenschaftlich mit attraktiven Formen, starken Farben und außergewöhnlichen Materialien. Der besondere Zauber entsteht durch die Reduktion auf Wesentliches, quasi einer ultimativen skulpturalen Extraktion, die den Ausstellungsraum in einen kontemplativen Schauplatz verwandelt.
Die in Hamburg geborene und seit 20 Jahren in Wien lebende Malerin und Zeichnerin Ellen Semen überrascht mit Sehnsuchtsbildern einer konfliktfreien Welt. Die vordergründig liebliche Malerei entführt in eine ungeschönte Realität, in der immer wieder unerwartete Bildelemente den Bildraum betreten. Sie fordern den Betrachter und stellen ihn auf eine harte Probe. Denn das vermeintlich Schöne, Unschuldige wird von Überraschendem, Unangenehmen unterwandert. Harmloses vermengt sich mit Grauenvollem.
Die expressive Malerin und Zeichnerin Martina Hamrik aus Tutzing (nahe München) wurde durch Ihre einzigartigen, patentierten Schlaufenbilder international bekannt. Diese Technik schafft eine enorme Plastizität und eine reduziert-abstrakte Kulisse für die dynamischen Athleten, die dadurch noch mehr in den Fokus rücken. Mit unbeschreiblicher Coolness inszeniert Hamrik ihre Protagonisten und offenbart ihre ganz persönlichen Obsessionen und wählt Sportarten, die von Ästhetik und Rhythmik, vom Choreografischen und Spielerischen leben.