Tatyana von Leys wurde in Innsbruck, Österreich, geboren und studierte Französisch, bevor sie als Gaststudentin in die Philosophie eintauchte. Seit 1990 widmet sie sich der Malerei und lebt heute am Tegernsee in Süddeutschland. In den 1990er Jahren arbeitete sie an Projekten mit dem renommierten Kurator Peter Weiermair und präsentierte ihre Werke in bedeutenden Ausstellungen und Publikationen. Ihre künstlerische Praxis und ihre theoretischen Reflexionen verschmelzen in ihrem Buch Das Neue Denken: Technik und Macht ist Evolution neu gedacht (2018), das während der Vienna Art Week vorgestellt und als Buch des Monats Dezember 2018 vom Magazin transform ausgezeichnet wurde. Die Galerie Krinzinger veröffentlichte während dieser Zeit in dem Kunstbuch Kunsttherorie Zeitgenössischer Kunst einen umfangreichen Bericht mit zahlreichen Abbildungen der Künstlerin, die damals unter dem Namen Tatyana Wirth bekannt war.
Von Leys' Werk thematisiert die Selbsterschaffung und Erhaltung von Systemen, wie sie in ihrem Buch und ihren Ausstellungen, darunter „The Future of the Body im Kunsthaus Graz (2022) und Technology, Art and the Posthuman an der John Cabot University in Rom (2023), zum Ausdruck kommt. Sie erforscht die genetische Veränderung des Menschen, Cyborgisierung und die Digitalisierung menschlicher Persönlichkeiten als Teil einer posthumanen Zukunft. Ihre Werke hinterfragen die Verschiebungen in unserem Menschenbild seit der industriellen Revolution und den Übergang von einer natürlichen zu einer künstlichen Ordnung.
Von Leys hat an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland teilgenommen. Ihre Arbeiten sind in bedeutenden Sammlungen vertreten und reflektieren stets das Spannungsfeld zwischen Technik und menschlicher Existenz.