
Andrea Langensiepen wurde 1964 in Wien geboren und arbeitete viele Jahre erfolgreich als Art Director für bedeutende italienische Modelabels. 2006 gründete sie ihre eigene Designagentur in Tirol und startete gleichzeitig eine breit gefächerte künstlerische Ausbildung. Hubert Scheibl, Peter Casagrande, Prof. Markus Lüpertz, Prof. Hermann Nitsch und Prof. Christian Ludwig Attersee wirkten stark prägend auf die Künstlerin. Langensiepen ist eine leidenschaftliche Malerin, die sich zeit ihres Lebens der Frage widmet, wie das Neue in die Welt kommt. Ihre Fragestellungen sind komplex. Was ist Kunst? Was ist Schöpfung? Was gibt uns die Kraft, Neues zu schaffen? Was ist für wen, wann und warum sichtbar? Welche Themen berühren den Einzelnen, die Gesellschaft, den Kunstschaffenden? Wie verändern sich Themen und die Kunst per se im zeitlichen Kontext?
Durch diese komplexe Betrachtung und deren künstlerische Realisierung eröffnet die empathische Seismografin und authentische Storytellerin unerwartete Horizonte, die von enormer Kreativität, Professionalität und Nonkonformität geprägt sind. Prägungen, die zusätzlich durch ihren Großonkel und akademischen Maler Andreas Einberger und Ihre bedeutenden Lehrer, allesamt große Freigeister, befeuert wurden.
Langensiepen selbst empfindet Kunst als das große Geheimnis des Loslassens, des sich Lösens aus dem üblichen Deutungsrahmen, als das sich Befreien von Konventionen und Zwängen. Durch die Überschreitung maßgeblicher Schwellen gelingt der ersehnte Eintritt in den schöpferischen Schaffens- und Tätigkeitsrausch (Flow), der als ultimatives Element schöpferischer Gestaltung zur optimalen Auslotung des Potenzials gilt. Langensiepen beschreibt dies als ihre große Reise, deren Wege und Ziele sie erst erkennt, wenn sie sich ihr offenbaren, als schöpferischer Akt, als Odyssee durch all ihre Wirklichkeiten.
In ihrem bevorzugten Format, der Malerei, kann sie ihre Begeisterung für Farben und Formen sowie deren Komposition in einem offenen Prozess verfolgen. Sie löst sich von dem Oberflächlichem, Sichtbarem und sucht nach dem, was unter der Oberfläche liegt.
In ihren Werken tastet sich die Künstlerin Schicht für Schicht an das Gemälde heran. Dabei gibt es keine Beschränkung auf bestimmte Techniken oder Stile. Das Loslösen von Bestehendem gibt schöpferischen Kreationen den Raum, zu wachsen. Ihre Arbeiten verstehen sich als offener Prozess und sind eine ununterbrochene Folge von Aufbrüchen und Verwerfungen.
Geleitet von Intuition, Impulsivität und dem Blick für Details gelingt es ihr, die Fülle der Welt in der Vielschichtigkeit der Komposition einzufangen. Der stattfindende Transformationsprozess ist für sie die immerwährende Suche nach Antworten auf Fragen, die nie gestellt wurden.
Die abstrakte freie Malerei Langensiepens entführt in die Welt der Natur, der Mythologie und des Glücks. Ganz im Sinne Theodor W. Adornos verschmilzt hier Naturschönes mit Kunstschönem.
Seit 2021 Ausstellungen in Österreich, Deutschland und Italien.
Andrea Langensiepen lebt und arbeitet in Ellmau in Tirol.